dowas innsbruck                  
                   

jahrbuch 05

bestellen

 

hören

 

kontakt

   
 
   

Gefängnis

     
       

 

   
   

Leseprobe

 

Moral Economy of the Social Underclass
Zwischen Vorkochen, Selbermachen und
demonstrativer Verschwendung in
marginalisierten Lebensverhältnissen

   
             
   

 

Um gleich zu Beginn zwei mögliche Missverständnisse auszuräumen: »Die« moralische Ökonomie existiert für mich genauso wenig, wie »die« Unterschicht und über Armut kann man schon lange nicht mehr schreiben, ohne die Instrumentalisierung dieses Themas selbst zum Thema zu machen.

Gerade die Debatte in Deutschland über die »neue Unterschicht« zeigt, dass durch die Haltung, mit kulturalistischen Traditionen auf Armut und Ausgrenzung zu schauen, ganz bestimmte Strategien verfolgt werden. Es wird eine »neue Unterschicht« konstruiert, die im Gegensatz zur »Mehrheitsgesellschaft« lebt:

diese »neue Unterschicht« habe sich eigene Lebensweisen, Wertvorstellungen und Codes geschaffen, sei unproduktiv, räume den Sozialstaat aus und pfeife auf die sonst üblichen Anpassungs- und Unterwerfungsrituale. »Kulturelle Spaltung« lautet der Vorwurf, gleichzeitig wird die soziale Ungleichheit als notwendige und zu akzeptierende Konsequenz moderner Gesellschaften behauptet. Die Botschaft lautet also:

Ihr, die Ausgeschlossenen und »Überflüssigen«, ergebt euch eurer Bestimmung und akzeptiert die Spielregeln eines Systems (Mittelstandsethik), das euch zu dem gemacht hat, was ihr seid!

Mit Verlaub, aber das drückt blanke Verachtung aus …

   
   

 

 

 

   
   

 

 

top