Kurzbeschreibung
Chill Out ist eine niederschwellige Einrichtung und vereint drei Bereiche
unter einem Dach: Eine Anlaufstelle, eine Beratungsstelle sowie einen
Übergangswohnbereich mit zehn Wohnplätzen.
Zielgruppe
Wohnungslose Jugendliche bzw. Jugendliche, die sich in diversen Problemlagen
befinden und Unterstützung benötigen;
Hauptzielgruppe 14 – 19 Jahre.
Zielsetzung
Ziel ist es, mit Jugendlichen in schwierigen Lebenssituationen neue Perspektiven
zu entwickeln und umzusetzen. Ein Abgleiten in eine dauerhafte Wohn- und/oder
Arbeitslosigkeit soll damit verhindert werden.
Geschichte
Der Bedarf nach einer niederschwelligen Einrichtung für wohnungslose
Jugendliche wurde ab Mitte der 90er Jahre von verschiedenen Fachstellen
und Arbeitskreisen, die mit Jugendwohlfahrtsfragen beschäftigt waren,
an die Jugendwohlfahrtsabteilung des Landes herangetragen.
1996 wurde der Verein zur Förderung des DOWAS nach einem Hearing
vor dem Jugendwohlfahrtsbeirat von der Tiroler Landesregierung mit der
Konzeption und Umsetzung einer entsprechenden Einrichtung beauftragt.
Im Mai 1999 wurde das Chill Out in der jetzigen Form in Betrieb genommen.
Nach einem ausführlichen Prüfverfahren durch die zuständige
Oberbehörde wurde das Chill Out als Einrichtung nach § 29 Tiroler
Jugendwohlfahrtsgesetz anerkannt und 2008 vertraglich abgesichert.
Seit der Eröffnung im Jahr 1999 ist der Wohnbereich durchgängig
voll ausgelastet, die Anzahl der Hilfesuchenden in der Beratungsstelle
wächst kontinuierlich an.
Die drei Bereiche des Chill Out
Anlaufstelle
Mo/Mi/Do/Fr von 9 bis 12 Uhr
und von 18 bis 21 Uhr
Die Anlaufstelle (mit Cafeteria-Charakter) bietet sowohl tagesstrukturierende
Angebote und die notwendige Infrastruktur für Wohnungs- und Arbeitssuche
als auch so genannte Überlebenshilfen (Waschmaschine und Trockner,
Duschgelegenheit, Getränke und kleine Imbisse zum Selbstkostenpreis
u.a.).
Beratungsstelle
Mo/Mi/Do/Fr von 9 bis 12
und von 18 bis 21 Uhr,
Di Vormittag nach Vereinbarung
In der Beratungsstelle erhalten Jugendliche Beratung und Hilfestellung
bei der Existenzsicherung (z.B. Abklärung von Rechtsansprüchen
aus dem ersten und zweiten sozialen Netz), bei der Abklärung von
Ausbildungsmöglichkeiten und bei der Arbeitssuche, bei der Wohnraumsuche
u.a.m. Die Beratungsstelle bietet sozusagen "Erste Hilfe" in
schwierigen Lebenslagen an und begleitet die Jugendlichen bei der längerfristigen
Stabilisierung ihrer Lebenssituation. Der niederschwellige Zugang macht
es jungen Menschen in Problemsituationen möglich, den ersten wichtigen
Schritt zu tun – sich Unterstützung zu holen.
Wohnbereich
Rund um die Uhr betreut,
ganztägig geöffnet
Der Wohnbereich bietet zehn Jugendlichen eine betreute Wohnmöglichkeit
für die Dauer von bis zu drei Monaten (acht Einzel- und zwei Doppelzimmer).
Drei der Einzelzimmer sind mit eigenem Aufenthalts- und Sanitärraum
räumlich abgetrennt und stehen ausschließlich Mädchen
zur Verfügung. Ein sicherer Wohnort und eine existenzielle Absicherung
sind die Basis, auf der eine Erarbeitung von Perspektiven und eine Bearbeitung
von Problemlagen erst möglich wird. Ziel der Betreuung ist es, neben
der Entwicklung und Umsetzung von Ausbildungs- und Arbeitsperspektiven,
eine für die Jugendlichen adäquate, längerfristig gesicherte
Wohnform zu finden (Wohneinrichtungen der Jugendwohlfahrt, Anmietung einer
eigenen Wohnung). Darüber hinaus zielt die Betreuung darauf ab, Jugendliche
beim Erlernen von Alltagskompetenzen zu unterstützen und auf ein
selbständige Wohnen vorzubereiten.
Das Jahr 2010
Anlaufstelle
6.920 Kontakte
Beratungsstelle
247 Personen
3.158 Beratungen (telefonische
und Online-Beratungen nicht gezählt)
Wohnbereich
65 BewohnerInnen
3.475 Aufenthaltstage
Auslastung 93,7%
Durchschnittsalter 17
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