Am 26. 2. 1994 wurde in Innsbruck der wohnungslose Wolfgang Tschernutter im Schlaf zu Tode geprügelt. Zwei Jugendliche exekutierten an einem gesellschaftlich Geächteten das gesellschaftlich anerkannte Recht des Stärkeren. Zuvor waren seitens der Politik und der Medien immer wieder Töne zu hören, die durchaus als Ermunterung aufgefasst werden konnten, zur »Selbsthilfe« gegen gesellschaftlich Ausgegrenzte zu schreiten. Nicht die Bekämpfung der Ursache von sozialer Ausgrenzung wurde da thematisiert, sondern die Bekämpfung der von Ausgrenzung betroffenen Menschen.


325 tschern01swDieser Mord an einem wohnungslosen Menschen stellte für alle, die in diesem Bereich arbeiteten, eine Zäsur dar und für die Mitarbeiter des DOWAS war klar, dass nach diesem Vorfall ein Übergehen zur Tagesordnung nicht mehr möglich war.

Verschiedene Personen und Einrichtungen gründeten in Folge eine Initiative mit dem Ziel, diesen gewaltsamen Tod nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Mit einem Denkmal sollte ein bleibende Erinnerung geschaffen werden.
Nach mehreren gescheiterten Versuchen gelang es, einen offiziellen Platz für die Aufstellung eines Mahnmals zu erwirken. Alois Schild, Bildhauer aus der Gironcoli-Schule, baute eine Stahl-Skulptur, die den gewaltsamen Tod eines Menschen, erdrückt von schwerem Metall und getroffen von vernichtenden Waffen, symbolisiert. »Gegen den industriellen Umgang mit Menschen« sollte bedeuten, dass die Entmenschlichung der Vernichtung vorausgeht und dass jeder Mensch, auch wenn er nicht zu den »tüchtigen und fleißigen« gehört, ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben hat.

Ein halbes Jahr nach dem Todesfall wurde das Denkmal auf der Franz-Gschnitzer-Promenade im Beisein von PolitikerInnen der Stadt Innsbruck offiziell der Öffentlichkeit übergeben.