Im März 2007 wurden in Innsbruck zwei so genannte Schutzzonen eingerichtet.
Die eine umfasst die Bushaltestelle und den Vorplatz zum Einkaufszentrum »Sillpark« (Einkaufen ist dort für die »Ausgesperrten« nur mehr über die sillseitige »Hintertüre« möglich) und reicht bis in die Museums- und in die König-Laurin-Straße. Die zweite Schutzzone umfasst den Großteil des Rapoldiparks.
Die schutzwürdigen Subjekte dieser Zonen sind Kinder und Jugendliche (im Gesetz heißt es: Orte, an denen überwiegend minderjährige Menschen sich aufhalten), die durch andere Menschen, die eventuell strafbare Handlungen nach dem Strafgesetzbuch, dem Verbotsgesetz oder dem Suchtmittelgesetz begehen, bedroht werden könnten.
Konkret geht die Gefahr, laut Polizei, von einer Gruppe Menschen aus den Maghrebstaaten aus, die in diesem Bereich bislang einen Treffpunkt hatten und wohl auch wegen der Weitergabe von Suchtmitteln aufgefallen sind. Um den Hintergrund zu verstehen, muss etwas weiter ausgeholt werden.
Es handelt sich dabei um eine Gruppe von Flüchtlingen (viele von ihnen sind Jugendliche), die seit 2003 vermehrt nach Innsbruck kommen und bereits eine lange Karriere als Straßenkinder (im Sinne der UNICEF-Definition) hinter sich haben. Zum überwiegenden Teil haben sie bereits in ihren Herkunftsländern auf der Straße gelebt. Für diese Flüchtlinge gibt es nur im Rahmen des Asylrechts die Chance auf einen legalen Aufenthalt in Österreich, der Großteil dieser Menschen befindet sich in einem laufenden Asylverfahren und hat damit Anspruch auf Versorgung nach dem Grundversorgungsgesetz und, solange sie minderjährig sind, auch Anspruch auf Betreuung durch die Jugendwohlfahrt.
Nachdem diese Menschen aber bevorzugt unter ihresgleichen leben wollen, da dies im Zweifelsfall die einzige Überlebensversicherung bietet, gingen für sie die üblichen Angebote für AsylwerberInnen ins Leere. Ein spezifisches Angebot wurde seitens der Flüchtlingsverwaltung nicht überlegt, die bestehenden Einrichtungen konnten/wollten diese Gruppe nicht aufnehmen und so blieb auch in Innsbruck wieder nur das Leben auf der Straße…